software for medical science

Software zur Laktatdiagnostik

Die seit den 70er Jahren intensiv betriebene Forschung an diversen Laktatschwellenwertkonzepten in der Leistungsdiagnostik hat mit einer zunehmenden Anzahl von sogenannten Schwellenwertmodellen den Einsatz von kommerziellen Softwareprogrammen notwendig gemacht. Die Eingabe von Laktat-, Puls- und Lastwerten, die komplexe Analyse (Laktatdiagnostik) der Daten sowie der Ausdruck ist heutzutage ohne eine speziell darauf ausgerichtete Softwarelösung nicht mehr denkbar.

Grafik winlactat
Bild: winlactat 4.6

Historie:

Seit Anfang der 90er Jahre stand mit "LACTAT" den Diagnostikern die erste Laktatsoftware für das Betriebssystem DOS aus dem Hause Sportsoftware Hille (Vorgänger der heutigen mesics GmbH) zur Verfügung. Die zunehmende Anzahl von PC Nutzern machte jedoch später einen Transfer auf die Mircosoft Plattform Windows notwendig. 1997 erschien der erste Nachfolger von "LACTAT" unter dem Namen "winlactat" von mesics. Parallel arbeitete MedTronik an einem System mit der Bezeichnung "Lactware". Etwa im selben Jahr erschien die erste Software der Universität Freiburg unter dem Namen "Ergonizer". Es folgte das Produkt "Lacquiro". Neben "Lactate EXPRESS" (mesics, 2005) war auch "Laktat Manager" (IFAA) als günstige Einstiegslösung verfügbar. Im Jahr 2009 erstellt wurde die Software "EasyLact".

Die Produkte unterscheiden sich inhaltlich markant, da sie teilweise unterschiedliche Zielansätze verfolgen. Grundsätzlich sollten jedoch alle Lösungen eine Eingabe von Daten, deren Auswertung und Ausdruck ermöglichen. Die Laktatanalyse selbst dagegen basiert auf teilweise unterschiedlichen Konzepten (mathematischen Modellen). Die in einigen der genannten Produkten integrierte Trainingsplanung ist unterschiedlich flexibel ausgeprägt.

Die Software "winlactat" (mesics GmbH) ist die in Deutschland bekannteste und renommierteste Auswertungssoftware von Laktatstufentests. Sie bietet neben der Berechnung von allen gängigen Schwellen auch eine Trainingsplanung als festen Bestandteil an.

Die Eingabe der Stufentestdaten erfolgt entweder manuell oder durch Import aus Dateien bzw. von Geräten wie z.B. POLAR, Lactate Scout usw. Die Stamm- und Testdaten werden in einer Datenbank abgelegt, die von mehreren PCs aus parallel angesprochen werden kann. Die Auswertung der Leistungsdiagnostik mit der winlactat ist extrem flexibel, dennoch einfach zu erlernen. Der hohe Flexibilitätsgrad ist Grund dafür, dass die Software von erfahrenen Diagnostikern aus Olympiastützpunkten und Kliniken verwendet und auch an zahlreichen Universitäten zur Lehre eingesetzt wird. Sie wird auch auf den bekannten DGSP Seminaren vorgeführt.

Die Software "Lactate EXPRESS" (mesics GmbH) fällt durch ihre Einfachheit in der Bedienung (lediglich ein Fenster) mit hohem Intuitionsgrad auf. Die Eingabe der Stufentestdaten erfolgt entweder manuell oder durch Import aus Dateien bzw. von Geräten (Lactate Scout). Die Stamm- und Testdaten werden in einem Dateiordner abgelegt, der von mehreren PCs aus angesprochen werden kann. Die Auswertung der Stufentests ist mit der Lactate EXPRESS sehr einfach zu erlernen. Es werden die beiden gängigsten Schwellenwertmodelle in der Auswertung zur Verfügung gestellt (MADER, DICKHUTH). Eine Korrektur der Schwellen durch manuelles Verschieben ist intuitiv, grafisch möglich.

Die in obigen Produkten genannte Laktatdiagnostik basiert auf sogenannten einfachen Stufentest-Prinzip.

Eine höhere Aussagekraft (letztlich als Referenzmethodik) hat aber das MaxLaSS Verfahren (Maximales Laktat-Steady-State). Das Konzept sieht eine mehrmalige (mindestens dreimalige) Messung von Laktat pro Belastungsstufe vor. Die Stufendauer ist mindestens 9 Minunten lang. Das Verhalten der Laktatkonzentration innerhalb einer Stufe ist für die Auswertung relevant. Auch eine Software zur Auswertung von MaxLaSS Tests ist im Hause mesics erhältlich.